Montag, 3. Juli 2017

Schlangenalarm! | 18.01.2017 - Teil 2 | Namibia Diary 2017

< --- 18.01.2017 - TEIL 1 - Auf den Vogel gekommen & Drama mit den Lämmchen

Mittwoch, der 18. Januar 2017 - TEIL 2


Beim Misten des innenliegenden Meerschweinchen-Geheges finden wir einen zweiten Wurf Babys, der jedoch, zu unserem Entsetzen, nicht überlebt hat. Der Anblick der drei kleinen toten Schweinchen setzt mir ziemlich zu, sodass sich Alana und Fiona ihrer annehmen. Sie sind noch so winzig, dass sie kurz nach der Geburt gestorben sein müssen. Woran es lag, kann man nur vermuten. Auch das gehört natürlich zum Alltag auf einer Tierfarm dazu. Die Stimmung ist nun merklich betrübt, bis zu dem Moment, als wir ein weiteres Baby entdecken. Es ist so winzig und kann auch noch nicht alt sein. Ziemlich orientierungslos tapst es durch die Gegend. Wir nehmen es hoch und schauen es uns genauer an. Da das Kerlchen zappelt und man rein äußerlich keine Verletzungen erkennen kann, lassen wir ihn wieder flitzen und beobachten ihn eine Weile. Den Weg zu seiner Mama findet er nicht auf Anhieb. Als Mathew kurze Zeit später wiederkommt, fragen wir ihn, was wir machen sollen, weil wir uns nicht sicher sind, ob es der Kleine alleine schafft. Da er jedoch weder geschwächt noch verletzt ist, sollen wir ihn bei der Gruppe lassen und in den nächsten Tagen im Auge behalten, der Natur ihren Lauf lassen. Mit einem sehr mulmigen Gefühl räumen wir unsere Utensilien auf den Pick-up und belohnen die Schweinchen nun mit einer großen Portion Grünpflanzen, über die sich die Meute mit großem Gequieke sofort hermacht.

Zeit fürs Lunch. Zurück auf der Lodge gibt’s Pommes, Spinat, Kartoffeln und Krautsalat – für die Nicht-Vegetarier ist natürlich auch ausreichend Fleisch im Angebot. Hier wird übrigens zusammen gegessen und kein Unterschied zwischen Farmmanagern, Guides und Xplorern gemacht. Wir essen alle gemeinsam – wenn wir mal nicht wieder zu spät dran sind. Nach dem Mittagessen zieht mich mein Bett magisch an. Bis zur Kaffeepause halte ich ein kleines Nickerchen. Pünktlich um 15:00 Uhr begeben wir uns aufs Pooldeck, wo bereits ein leckerer Kuchen und heißer Kaffee auf uns warten. Ein herrlicher Nachmittag! Ich genieße die Zeit mit Alana und Fiona sehr. Vor genau einer Woche saßen wir im Auto Richtung Flughafen. Auch wenn wir erst eine kurze Zeit hier sind, haben wir schon so viel erlebt. Trotz der teils harten Arbeit kann ich mich fernab des lauten Alltags in Deutschland wunderbar erholen. Jeder Moment, jede Sekunde wird ausgekostet – das habe ich mir geschworen. So freue ich mich, als wir uns um 16:00 Uhr an die Vorbereitungen der Fütterung machen. Für unsere kleinen Langhälse haben wir uns heute einen besonderen Leckerbissen überlegt. Wir haben ausreichend Zeit, da die Katzen heute Fastentag haben und die Fütterungsrunde somit kleiner ausfällt. Auf dem Weg zu den Giraffen-Kids brechen wir kleine Äste von ausgewählten Bäumen, die nicht im Gehege der Kleinen wachsen. Schließlich sollen sie irgendwann rausgelassen werden und sich dann selbstständig ernähren. Schritt für Schritt werden sie von uns an die verschiedenen Nahrungsquellen herangeführt. Mit ihren langen Zungen zupfen sie kurz darauf die zarten, kleinen Blätter von den Zweigen, die wir Ihnen vor die Nasen halten. Es scheint ihnen zu schmecken. Hier könnte ich mich stundenlang aufhalten, doch die anderen Tiere haben sich ihr Abendessen ebenfalls verdient.


 

Also geht es weiter zu den Kleintieren. Fiona und Alana machen sich auf den Weg in die Voliere, während ich mit Jakob ins Ziegengehege gehe. Dort hilft er mir beim Einfangen der Lämmchen und ich beobachte genau, wie er mit den Tieren umgeht. Er ist schließlich mit ihnen aufgewachsen. Auch wenn wir uns nicht großartig unterhalten können, lerne ich viel von ihm. Das weiße Lämmchen trinkt immer besser, während das schwarze unser kleines Sorgenkind bleibt. Als die großen Ziegen von ihrer „Weide“, auf der sie tagsüber grasen dürfen, zurückkommen, stürzen sie sich hungrig auf den Futtertrog. Hier muss man immer ein bisschen aufpassen, dass man von der Bande nicht über den Haufen gerannt wird. Auch wenn es sich vielleicht ein bisschen komisch anhört, aber ich mag die Ziegen ganz besonders gern und nehme mir vor, in den nächsten Tagen auch mal nachmittags vorbeizuschauen.


Neben dem Ziegen-Gehege entdecke ich einige der Zebramangusten. Prima! Auf die haben wir nämlich vorhin schon gewartet. Mit dem speziellen Ruf, den die Tiere mit der Fütterungszeit verbinden, locke ich sie mit zum Prep und fühle mich dabei wie der Rattenfänger von Hameln. Es ist schon ein lustiger Anblick, als die kleinen Raubtiere hinter mir her gerannt kommen. Angekommen am Prep füttern wir sie schließlich mit Gulasch-großen Fleischstücken und Ziegenmilch.

Obwohl wir uns viel Zeit gelassen und auch schon alle Futtereimer für die morgige Fütterung aufgefüllt haben, sind wir früher fertig als sonst. Das trifft sich ganz gut, denn wir wollten sowieso unsere Wäschesäcke vorbereiten, um sie morgen Früh in der Wäscherei abzugeben. Eine Wäsche pro Woche ist in unserem Xplorer-Paket inklusive und das nutzen wir gerne. Einige Kleidungsstücke haben eine Wäsche auch echt bitter nötig. Die restliche Zeit bis zum Abendessen möchte ich lesend vor der Tür verbringen und bekomme aber einen halben Herzinfarkt, als ich unsere Tür öffne. Die Mangusten-Bande hat es sich direkt vor unserem Eingang gemütlich gemacht. Alle Viere von sich gestreckt liegen sie da. Ein Anblick für die Götter. Nur zu gern setze ich mich dazu, auch wenn sie mich ganz schön vom Lesen abhalten.



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Das heutige Abendessen genießen wir wieder auf dem Pool-Deck. Und wenn ich genießen sage, dann meine ich auch genießen, denn heute ist ein anderer Koch für das Essen verantwortlich. Es handelt sich um den Koch, den wir vom letzten Jahr kennen und der sich, meiner Meinung nach, mit Sterneköchen messen kann. Sein Essen ist immer wunderschön angerichtet und schmeckt oberlecker. Den Unterschied merken wir sofort und genießen jeden Bissen seines gemischten Tellers. 

Nach dem Essen und auf dem Weg zurück in unseren Bungalow sind wir so ins Gespräch vertieft, dass wir das Trampeln vergessen und – siehe da! Für einen kurzen Moment erhaschen wir einen Blick auf eine kleine Schlange, die sich schnell zwischen die großen Steine flüchtet. Meine erste Schlange, die ich hier auf Okutala sehe. Diese Tiere sind der Hauptgrund, warum wir uns nicht lautlos über die Lodge bewegen sollen, denn einige der Schlange, die hier in Namibia leben, sind sehr giftig. Grundsätzlich sind es scheue Tiere, die man nicht häufig zu Gesicht bekommt, weil sie sofort Reißaus nehmen, wenn sie die Vibrationen auf dem Boden verspüren. Trampeln erhöht also die Chance, dass man nach Hause fliegt, ohne die filigranen Kriechtiere gesehen zu haben. Wichtig ist außerdem, insbesondere, wenn man im Busch durch höheres Gras läuft, dass man hintereinander geht, damit die Schlangen auch die Möglichkeit haben abzuhauen. Kleine Tipps, die man stets beherzigen sollte und die schlussendlich Leben retten können.

Nach dem kleinen Schreck erwartet uns im Bungalow gleich der nächste: Spinnenalarm! Habe ich schon mal erwähnt, dass die Spinnen hier in Namibia besonders groß und besonders eklig und besonders schnell sind? Buuääähhh… Doom-sei-Dank dürfen wir uns nach einem unangenehmen Kampf doch noch auf eine entspannte Nachtruhe freuen. Doch ins Bett geht es erst, wenn unsere Rucksäcke gepackt sind, denn morgen steht uns der große Ausflug in den Etosha Nationalpark bevor. Ob uns das Glück hold war und wir viele Tiere gesehen haben, das verrate ich euch im nächsten Tagebucheintrag.

Fortsetzung folgt…!
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